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Der Champagner kann besorgt werden:
Erneuter Mitropa-Cup-Sieg für Gassner jun./Wüstenhagen bei Ralli del Friuli e Alpi Orientali
(gpp) – Die Champagner-Bestellung für die Siegesfeier des Mitropa-Rally-Cups im November kann im oberbayerischen Hause Gassner wohl in Auftrag gegeben werden. Denn Hermann Gassner jun. und seine Beifahrerin Kathi Wüstenhagen gewannen auch bei der Ralli del Friuli – Alpi Orientali rund um die Metropole Udine sicher und souverän die Mitropa-Cup-Wertung, so dass ihnen auf den letzten beiden, noch ausstehenden Läufen wohl keiner ihrer Konkurrenten noch gefährlich werden kann.
Im vor allem quantitativ hochwertigen Feld dieses italienischen Meisterschaftslaufes im norditalienischen Friaul, bei dem 40 (!) seriennahe Guppe-N-Fahrzeuge, darunter fast 20 so genannte S 2000-Autos an den Start gingen, waren die zwölf angetretenen Mitropa-Cup-Teams im Klassement allerdings naturgemäß nicht ganz so weit vorne zu finden, wie bei anderen Veranstaltungen der inoffiziellen Rallye-Europameisterschaft der Amateure und Privatfahrer.
Am überaus sonnigen und heißen Freitag, als es über die ersten fünf der insgesamt elf Wertungsprüfungen (WP) an den beiden Veranstaltungstagen ging, gelang den Österreichern Mario Saibel/Daniela Weissengruber im Mitsubishi Lancer EVO 9 der beste Start, während Sohn und Vater Gassner (beide ebenfalls Mitsubishi Lancer EVO) sowie die Italiener Carlo Fornasiero/Oriella Tobaldo (Renault Clio 1600) die Rallye – noch – etwas verhaltener angingen. Bis zum abendlichen Zwischenziel in Udine hatten sich Hermann jun. und Kathi Wüstenhagen jedoch hinter der Armada der schnellen S 2000-Fahrzeuge bis auf Gesamtrang 16 vorgearbeitet, gefolgt von Saibel/Weissengruber (Platz 22), Fornasiero/Tobaldo (Platz 23) und Hermann Gassner/Karin Thannhäuser auf Gesamtrang 30.
Bis zur Halbzeitpause, nach drei weiteren WP am Samstag, als sich Regen, Sonne, Schauer und Gewitter ablösten und die einzelnen Strecken rutschig und sehr schmierig waren, hatten Gassner jun./Wüstenhagen mit einer zwölften Gesamtbestzeit kurzfristig an den illustren Top Ten ´gekratzt`, und sich damit um einen Gesamtrang nach vorne gearbeitet. Unter den Top Twenty rangierten zu diesem Zeitpunkt bereits Saibel/Weissengruber auf Platz 18 und Fornasiero/Tobaldo auf Platz 20. Schnell unterwegs waren aber auch die beiden slowenischen Amazonen Asia Zupanc/Tajda Turk im Mitsubishi Lancer EVO 9, die bis dahin wieder auf Rang 29 nach vorne gefahren waren, nachdem sie in der WP eins bereits Platz 28 belegt hatten und im Verlauf der Rallye etwas zurückgefallen waren.
Im Endspurt, dem zweiten und letzten Durchgang über die drei WP´s dieses Tages, gelang Gassner jun. dann eine weitere zwölfte Gesamtbestzeit und damit am Ende Gesamtrang 13, mit dem sich der südbayerische Nachwuchspilot gegenüber der schier übermächtigen italienischen S 2000-Armada letztlich ganz hervorragend aus der Affäre gezogen hat.
Saibel/Weissengruber kamen im Ziel auf Gesamtrang 17, Fornasiero/Tobaldo wurden 19. und Gassner/Thannhäuser verpassten mit Platz 21 knapp die Top Twenty. Die schnellen slowenischen Damen Zupanc/Turk erreichten das Rallyeziel auf Gesamtrang 26 und gewannen damit überragend und mit großem Vorsprung die Damenwertung. Ihre Landsleute und Markenkollegen Boris Pozeg/Aleksandar Jeremic kämpften am zweiten Rallyetag mit gewaltigen Getriebeproblemen und beendeten die Rallye – weit unter Wert geschlagen – auf Platz 42. Einen Klassensieg gab es für die Italiener Pierpaolo Montino/Andrea Valentinis im Rover MG 105ZR, einen vierten Klassenplatz erfuhren sich die Österreicher Peter Schauberger/Hannes Blazek im Suzuki Swift Sport, Fünfte in ihrer Klasse wurden die Deutschen Christian Knaupp/Ralf Kistenfeger auf Opel Corsa und Punkte für einen achten Platz gab es für die weiteren Österreicher Heinz Leitgeb/Martin Bodner im Renault Clio RS.
Nicht in Wertung ins Ziel kamen die slowenischen Junioren Rok Turk/Enej Loznar-Kranijc, die ihren Peugeot 207 (R3 T) wegen Motorproblemen bereits nach der vierten WP vorzeitig abstellen mussten sowie die Österreicher Peter Schumacher/Günther Baumgartner, deren Mitsubishi Carisma EVO 6 in der achten WP nach einer Berührung mit einer Leitschiene den Dienst versagte.
Bei der historischen Ralli Alpi Orientali gesellte sich zu den bislang in den Mitropa-Cup eingeschriebenen Teams wieder der Italiener Sandro Sinuello mit seiner bildhübschen Lancia Fulvia HF, und avancierte schnell zu einem der Publikumslieblinge, auch wenn er und sein Beifahrer Eugenio Picotti das Feld der 52 Starter nur kurzfristig bereichern konnten und bereits nach der WP drei wegen eines technischen Defektes die Rallye beenden mußten. Mit schnellen Zeiten (weit in den Top Ten) unterwegs und dabei schon den Sieg vor Augen, fielen auch ihre Landsleute Rino Muradore/Andrea Trevisani im Ford Escort RS nach der WP fünf vorzeitig aus. Den Mitropa-Cup-Sieg holte sich schließlich das tschechische BMW 2002-Team Ales Jiratko/Roman Opletal vor den Österreichern Gerhard Openauer/Wolfgang Scheitz. In der Nationalen Alpi Ralli verpaßten Nicola Cescutti/Paolo Cargnelutti im Mitsubishi Lancer EVO 8 mit einem vierten Platz nur äußerst knapp das Siegertreppchen.
In der Zwischenwertung des Mitropa-Rally-Cups haben Sohn (317 P.) und Vater Hermann Gaßner (268) mittlerweile einen eigentlich nicht mehr einzuholenden Vorsprung auf ihre weiteren Verfolger Carlo Fornasiero (179) und Rok Turk (171) herausgearbeitet, die Historikwertung dominiert Gerhard Openauer mit 148 Punkten überdeutlich.
Bereits in vier Wochen geht in und um die italienische Weinstadt Bassano del Grappa (ca. 50 km nördlich Padua; Anm. d. Red.) die 26. Rally Città di Bassano (25./26. September) der vorletzte Lauf um den Mitropa-Rally-Cup über die Bühne – und damit beginnt auch (für die Verfolger der Familie Gassner) schon der Endspurt, vor der abschließenden und alles (noch?) entscheidenden ADAC-3-Städte-Rallye Ende Oktober. Die 26. Ralli Citta´di Bassano startet am 25. September um 19:31 Uhr am Ponte degli Alpini in Bassao del Grappa und endet am nächsten Tag ab 19:30 Uhr auf der Piazza Libertà, ebenfalls in Bassao del Grappa. Die Streckenlänge beträgt 427 Kilometer, darin eingebettet sind Asphalt-Wertungsprüfungen über insgesamt 122 km. Ausgefahren wird die Ralli Citta´di Bassano in der Region Vicenza. Weitere Informationen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Weitere Informationen zum Mitropa-Rally-Cup gibt es unter www.mitropa-rally-cup.de und www.bassanorally.it.
Gerd Plietsch
Foto/s: gerdplietschpresse, Jure Menard, Alessandro Zini
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